Beckenboden-Beschwerden
Kompetenz für Ihre Körpermitte: Diagnose von Beckenbodensenkung und Harninkontinenz
Der Beckenboden ist das verborgene Kraftzentrum Ihres Körpers. Wenn diese Basis jedoch durch eine Senkung (Prolaps) oder Inkontinenz geschwächt wird, beeinträchtigt dies oft den gesamten Alltag. In der Praxis von Prof. Dr. Zoltan Nemeth, Ph.D. wird diesen sensiblen Themen mit höchster fachlicher Spezialisierung und einem klaren Versprechen begegnet: Wir finden den Weg, der für Ihre individuelle Situation am sinnvollsten ist.
Beckenboden-Prolaps: Wenn Organe nicht mehr dort sind, wo sie hingehören
Im Beckenraum gibt es eine Art „Netz“ aus Bändern, Muskeln und Bindegewebe. Dieses Netz oder auch Geflecht sorgt dafür, dass die Organe im Becken an der „richtigen“ Stelle bleiben. Lockert sich das Netz, sinken die Organe ab. Dann spricht man von einem sogenannten Beckenbodenprolaps, der unterschiedliche Schwergrade aufweisen kann.
Ein Beckenbodenprolaps ist für die betroffenen Frauen ein großes Tabuthema. Wenige Frauen sprechen darüber. Entweder aus Scham, oder weil ihnen weißgemacht wird, Probleme mit dem Beckenboden gehören beispielsweise nach vaginalen Geburten dazu.
Anzeichen für eine Beckenboden-Senkung
Die Symptome, die durch eine Senkung der Beckenbodenmuskulatur bzw. der Vagina hervorgerufen werden, hängen in erster Linie davon ab, welcher Bereich am stärksten betroffen ist, also um welche Art von Beckenboden-Senkung es sich handelt.
Wenn sich das „Netz“ lockert und nachgibt, können die Beckenorgane (Gebärmutter, Harnblase, Harnröhre und Rektum) absinken und sich in die Scheide vorwölben. Der Schweregrad des Absenkens kann unterschiedlich sein. Bei besonders schweren Fällen können die Organe bis aus der Scheidenöffnung aus dem Körper hinausragen.
- Völlegefühl und Druck im Becken
- Schmerzen im unteren Rücken (Kreuzschmerzen)
- Probleme beim Wasserlassen
- Beschwerden beim Stuhlgang
- Wahrnehmung einer aus der Vagina austretenden Schwellung
- Abnahme der sexuellen Empfindlichkeit, schmerzhaftes Sexualleben
Typische Symptome sind:






Ein Prolaps äußert sich bei jeder Frau anders. Viele Betroffene bemerken gar keine Symptome, während andere ein unangenehmes Druck- oder Schweregefühl in der Scheide beschreiben – fast so, als befinde sich dort ein Fremdkörper. Auch die Harnwege können betroffen sein, was sich durch unwillkürlichen Urinverlust oder Probleme beim Wasserlassen zeigt. Zudem können Schmerzen beim Intimverkehr auftreten. Meist machen sich die Beschwerden besonders im Stehen, beim Sport oder beim Husten bemerkbar.
Arten von Beckenboden-Senkungen
Die Zystozele (Blasensenkung)
Im Falle einer Zystozele (Vorwölbung der Harnblase) wölbt sich die vordere Scheidenwand und die darauf positionierte Harnblase in die Scheide, nachdem das vesiko-vaginale Septum (das zwischen Scheide und Blase gelegene Bindegewebe) sich ausdehnt oder beschädigt wird.
Symptome einer Zystozele
- Schwellung in der Scheide, Fremdkörpergefühl, das sich nach langem Stehen verstärkt und im fortgeschrittenen Stadium vor dem Scheideneingang sichtbar wird, aber beim Hinlegen verschwindet. Patientinnen haben oft das Gefühl, als säßen sie auf einem Ei
- Stärker werdendes, unangenehmes Gefühl beim Husten, Heben und Bücken
- Gefühl, dass nach dem Wasserlassen noch Urin in der Harnblase verbleibt
- Häufiger Harndrang mit Harnverlust, da die Harnröhre abgeknickt sein kann, wodurch die Blase nicht vollständig entleert werden kann
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
- Schmerzen oder Harnverlust während des Geschlechtsverkehrs
Die Rektozele (Mastdarm-Senkung)
Im Falle einer Rektozele wölbt sich der Enddarm in die hintere Scheidenwand, nachdem das rektovaginale Septum (das zwischen Scheide und Enddarm gelegene Bindegewebe) sich ausdehnt oder beschädigt wird. Die häufigste Ursache für die Entstehung einer Rektozele ist die vaginale Geburt. Diese Veränderungen treten im Wesentlichen nur bei Frauen auf, die entbunden haben. In manchen Fällen ist die Ursache dieser Veränderung ein schlecht verheilter oder falsch durchgeführter Dammschnitt.
Symptome einer Rektozele
- Schwellung der hinteren Scheidenwand, die vor den Scheideneingang gelangen kann
- Probleme beim Stuhlgang, eventuell ist das Einführen des Fingers in die Scheide notwendig, um den Darm entleeren zu können
- Völlegefühl bzw. Druckempfindlichkeit im Darmbereich
- Nach dem Stuhlgang stellt sich kein Gefühl der vollständigen Entleerung ein
Die Enterozele (Dünndarm-Senkung)
Im Falle einer Enterozele senkt sich der Dünndarm in den Bereich zwischen der hinteren Scheidenwand und dem Enddarm ab. Dies geschieht meist, wenn das Bindegewebe und die Bänder, die die inneren Organe stützen, extrem geschwächt sind – häufig nach einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) oder bei einer ausgeprägten Beckenbodenschwäche. Dabei stülpt sich das Bauchfell in die Scheide vor und drückt den Dünndarm nach unten.
Symptome einer Enterozele
- Druckgefühl im Becken, das beim Stehen oder Husten zunimmt und im Liegen oft nachlässt
- Fremdkörpergefühl in der Vagina („Gefühl, auf einem Ball zu sitzen“)
- Ziehende Schmerzen im unteren Rücken, die sich im Tagesverlauf verstärken können
- Probleme beim Stuhlgang oder ein Gefühl der unvollständigen Entleerung, oft kombiniert mit einer Rektozele
Die Stufen der Gebärmuttersenkung
Die Schwere der Symptome wird nach den folgenden Graden kategorisiert:
- Erster Grad: Der unterste Punkt der Senkung befindet sich mehr als 1 cm über der Linie des Jungfernhäutchens (Hymen)
- Zweiter Grad: Der unterste Punkt der Senkung befindet sich nicht höher als 1 cm und auch nicht tiefer als 1 cm als das Jungfernhäutchen
- Dritter Grad: Der unterste Punkt der Senkung befindet sich mehr als 1 cm unter dem Jungfernhäutchen, aber mindestens 2 cm höher als die gesamte Scheidenlänge
- Vierter Grad: Kompletter Gebärmutter- bzw. Scheidenvorfall
Stressinkontinenz
Eine schwache und schlaffe Beckenbodenmuskulatur kann dazu führen, dass die Organe des kleinen Beckens (wie Gebärmutter, Vagina, Blase und Darm) absinken oder ihre Funktionen beeinträchtigt werden. Beim Wasserlassen und Stuhlgang müssen sich diese Muskeln entspannen und anschließend wieder fest zusammenziehen. Auch für das sexuelle Empfinden und die Atmung spielt der Zustand des Beckenbodens eine wichtige Rolle.
Unter Stressinkontinenz versteht man den unwillkürlichen Harnverlust, der bei körperlicher Anstrengung wie Husten, Niesen oder Lachen auftreten kann. Besonders häufig sind Frauen betroffen, die bereits ein oder mehrere Kinder zur Welt gebracht haben.
Ursachen von Beckenboden-Schwäche
Verschiedene Faktoren können zu einer Schwächung der Beckenbodenmuskulatur beitragen:
- Geburt: Die starke Dehnung der Muskeln während der Geburt, die das Passieren des Kindes ermöglicht, kann oft zu dauerhaften Problemen im kleinen Becken führen.
- Körperliche Anstrengung: Häufige und intensive körperliche Belastungen, wie schweres Heben und Tragen, können die Beckenbodenmuskulatur kontinuierlich schwächen. Dies kann manchmal durch eine angeborene Bindegewebsschwäche noch verstärkt werden.
- Chronische Verstopfung: Anhaltendes Pressen beim Stuhlgang erhöht den Druck im Bauchraum, was die Beckenbodenmuskulatur auf Dauer schädigen kann.
- Chronischer Husten: Ähnlich verhält es sich bei chronischer Bronchitis, die bei Rauchern nicht selten ist. Der ständige Hustendruck belastet den Beckenboden.
- Übergewicht: Auch Übergewicht erhöht den Druck im Bauchraum und führt zu einer Überlastung der Beckenbodenmuskulatur.
- Hormonmangel in den Wechseljahren: Durch den Hormonmangel in der Menopause verschlechtert sich die Durchblutung des Gewebes, was die Gewebefunktionen beeinträchtigt.
Was kann man gegen Beckenbodenschwäche tun?
Wie in vielen Bereichen des Lebens ist es auch hier besser, Problemen vorzubeugen, als sie später zu behandeln.
„Ein Gramm Vorbeugung ist besser als ein Pfund Heilung.“
Sobald sich Anzeichen von Beckenbodenbeschwerden bemerkbar machen – sei es durch ungewollten Harnverlust, ein Fremdkörpergefühl im Unterleib oder Probleme bei der Entleerung –, ist es jedoch wichtig, die Behandlung so früh wie möglich zu beginnen.

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